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Im Jahre 1870 bestand die Linieninfanterie der Preußische Armee aus insgesamt 96 Regimenter. In der folgenden Tabelle sind diese Regimenter mit ihren Bezeichnungen sowie den Chefs und Kommandeuren aus dem Jahr 1870 aufgeführt.

 

 

Regimentsbezeichnung 1870 Chef 1870 Kommandeur 1870
Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpreußisches) Nr. 1 Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen von Massow
Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommersches) Nr. 2 - von Zimietzky
2. Ostpreußisches Grenadier-Regiment Nr. 3 General-Feldmarschall Erzherzog Albrecht von Österreich von Legat
3. Ostpreußisches Grenadier-Regiment Nr. 4 - von Tietzen und Hennig
1. Westpreußisches Grenadier-Regiment Nr. 6 Erzherzog Leopold von Österreich von Floeckher
Königs-Grenadier-Regiment (2. Westpreußisches) Nr. 7 Prinz Wilhelm von Preußen von Koethen
Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandenburgisches) Nr. 8 Großherzogin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin von L'Estocq
Colbergsches Grenadier-Regiment (2. Pommersches) Nr. 9 General-Feldmarschall Graf Moltke von Ferentheil und Gruppenberg
1. Schlesisches Grenadier-Regiment Nr. 10 - von Weller
2. Schlesisches Grenadier-Regiment Nr. 11 Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Hessen von Klein
2. Brandenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 12 (Prinz Carl von Preußen) Prinz Carl von Preußen von Kalinowski
1. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 13 General-Feldmarschall Herwarth von Bittenfeld von Frankenberg-Ludwigsdorff
3. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 14 General der Infanterie von Wussow von Voß
2. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 15 (Prinz Friedrich der Niederlande) General der Infanterie Prinz Friedrich der Niederlande von Delitz
3. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 16 Prinz Alexander von Preußen Hahn von Dorsche
2. Posensches Infanterie-Regiment Nr. 19 General der Infanterie von Plonski von Goeben
3. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 20 - von Flatow
1. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 22 - von Quistorp
2. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 23 - von Gündell
4. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 24 (Großherzog von Mecklenburg-Schwerin) Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin Graf zu Dohna
1. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 26 Fürst Karl Anton von Hohenzollern von Schmeling
2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 27 General der Infanterie Wilhelm Fürst Radziwill von Pressentin
2. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 28 - von Rosenzweig
3. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 29 - von Blumroeder
4. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 30 - von Nachtigall
3. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 31 Prinz Adalbert von Preußen von Bonin
Ostpreußisches Füsilier-Regiment Nr. 33 General-Feldmarschall Graf von Roon von Henning
Pommersches Füsilier-Regiment Nr. 34 - Wahlert
Brandenburgisches Füsilier-Regiment Nr. 35 General-Feldmarschall Graf von Wrangel du Plessis
Magdeburgisches Füsilier-Regiment Nr. 36 - von Brandenstein
Westphälisches Füsilier-Regiment Nr. 37 - von Heinemann
Schlesisches Füsilier-Regiment Nr. 38 - von Schmeling
Niederrheinisches Füsilier-Regiment Nr. 39 - von Eskens
Hohenzollernsches Füsilier-Regiment Nr. 40 - von Reinicke
5. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 41 General der Infanterie von Bonin von Meerscheidt-Hüllesem
5. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 42 - von der Knesebeck
6. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 43 - von Busse
7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 44 - von Böcking
8. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 45 - von Mützschefahl
1. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 46 - von Stosch
2. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 47 - von Flotow
5. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 48 - von Garrelts
6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 49 - Laurin
3. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 50 - Michelmann
4. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 51 - Knipping
6. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 52 - von Wulffen
5. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 53 General der Infanterie Kronprinz von Preußen von Gerstein-Hohenstein
7. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 54 - von Rechenberg
6. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 55 Prinzessin Luise der Niederlande von Barby
7. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 56 General der Infanterie Vogel von Falckenstein von Block
8. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 57 - von Cranach
3. Posensches Infanterie-Regiment Nr. 58 - von Rex
3. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 62 - von Bessel
4. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 63 - von Thielau
8. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 64 (Prinz Friedrich Karl von Preußen) General-Feldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen Freiherr Treusch von Buttlar-Brandenfels
5. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 65 - Freiherr von Dörnberg
3. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 66 General der Infanterie von Alvensleben Graf von Finck von Finckenstein
6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 - von Hertzberg
7. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 69 - Beyer von Karger
8. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 70 - von Mettler
4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72 - Löwenberger von Schönholz
1. Hanseatisches Infanterie-Regiment Nr. 75 - von der Osten
2. Hanseatisches Infanterie-Regiment Nr. 76 - von Neumann
Schleswigsches Infanterie-Regiment Nr. 84 General der Infanterie von Manstein Freiherr von Kittlitz
Holsteinsches Infanterie-Regiment Nr. 85 - Freiherr von Falkenhausen
Schleswig-Holsteinsches Füsilier-Regiment Nr. 86 - von Horn
Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 Großherzog Friedrich Franz II. und Großherzog Friedrich Wilhelm von Kleist
Mecklenburgisches Füsilier-Regiment Nr. 90 - von Papstein
Anhaltisches Infanterie-Regiment Nr. 93 - von Krosigk

Gemäß den Reglements für die Bekleidung und Ausrüstung der Truppen im Frieden bzw. im Kriege bestand die Bekleidung und Ausrüstung der Armeeangehörigen aus den sog. Groß-Montierungsstücken, den Klein-Montierungsstücken, den Ausrüstungsstücken sowie den Signal- und musikalischen Instrumenten.

Für die Preußische Linieninfanterie fielen für den Einsatz im Feld unter die Groß-Montierungsstücke

  • 1 Feldmütze mit Kokarde
  • 1 Waffenrock
  • 1 Halsbinde
  • 1 Tuchhose
  • 1 Leinenhose
  • 2 Unterhosen
  • 1 Mantel
  • 1 Paar Handschuhe
  • 1 Paar Ohrenklappen

In Friedenszeiten kam zu diesen Stücken noch eine Drillichjacke hinzu. Zu den sogenannten Klein-Montierungsstücken wurde für Mannschaftsdienstgrade im Feldeinsatz vorgeschrieben:

  • 1 Paar Stiefeln
  • 1 Paar Schuhe
  • 1 Paar Sohlen
  • 2 Hemden

Jeder preußische Infanterist sollte folgende Ausrüstungsstücke im Felde führen, wobei sich das Gewehrzubehör auf das Zündnadelgewehr vom Modell M/41 bezieht - beim späteren Modell M/62 entfällt die Kornkappe:

  • 1 Helm mit Kokarde und Schuppenketten
  • 1 Tornister mit Tragriemen
  • 1 Leibkoppel mit Schloss
  • 1 Mantelriemen
  • 1 Brotbeutel
  • 1 Feldflasche
  • 1 Säbeltroddel
  • 2 Patronentaschen
  • 1 Gewehrriemen
  • 1 Mündungsdeckel
  • 1 Kornkappe
  • 1 Visierkappe
  • 2 Patronenbüchsen
  • 1 Büchse für Reserveteile
  • 1 Fettbüchse
  • 1 Kochgeschirr mit Riemen

Kopfbedeckungen

Helm

Das bekannte Merkmal der preußischen Truppen jener Zeit stellte der Helm, die Pickelhaube dar. Dieser Helm wurde in der Preußischen Armee im Oktober 1842 eingeführt und erfuhr daraufhin zahlreiche Änderungen. Von seiner ursprünglich hohen Form entwickelte er sich bis zum Krieg von 1870/71 zur klassischen Form. Der Helm war aus schwarzem Leder angefertigt, hatte einen runden Augenschirm mit metallener Einfassung, einen Nackenschirm, metallene Schuppenketten und oben eine metallene Spitze auf einer Metallplatte. Bis auf die Schuppenketten aus Messing sollten diese metallenen Teile der Knopffarbe entsprechen.

 Preussischer Infanteriehelm M1860
 Helm der Preußischen Linieninfanterie, Modell 1860
Preussischer Infanteriehelm M1867
Helm der Preußischen Linieninfanterie, Modell 1867

Das letzte vor dem Deutsch-Französischen Krieg vorgeschriebene Modell wurde gemäß A.K.O. vom 16. März 1867 vorgeschrieben. Dieses war im Gegensatz zum damals gebräuchlichen Modell M1860 etwas niedriger und runder und unterschied sich elementar durch zwei Eigenschaften von der Vorgängerversion. Zum einen war die Platte unter der Spitze nunmehr rund und nicht mehr in Form eines Kreuzes. Zum anderen entfiel eine Stabilisierungsschiene entlang des hinteren Randes, die im Modell von 1860 durch zwei Splinte am Helm fixiert wurde. Aufgrund der negativen Erfahrungen im Krieg von 1870/71 wurde diese Schiene im nachfolgenden Modell wieder eingeführt - dann mit drei Splinten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der beiden Modelle von 1860 und 1867 war der eckige Augenschirm im ersten bzw. die abgerundete Form im späteren Modell.

Beiden Helmmodellen gleich ist der Beschlag, dem preußischen Adler für die Linieninfanterie, der im Brustwappen die Initialen 'FR' (Fridericus Rex) sowie bis in die Flügel das sog. "Vaterlandsbanner" mit dem Leitspruch 'Mit Gott für König und Vaterland' trug. Die Kokarde (schwarz-weiß-schwarz) befand sich auf der rechten Helmseite und wurde von der Fixierung der Schuppenkette gehalten. Im M1860 war die Kokarde etwas größer als die nur 51 Millimeter messende Kokarde des Helmmodells von 1867. Die Schuppenketten aus Messing waren seit 1856 abgeflacht.

Der Helm sollte nach Mitteilung des Kriegsministeriums vom 4. Mai 1867 ein halbes Zoll über den Ohren und der Augenschirm entlang der Augenbrauen getragen werden. Im Deutsch-Französischen Krieg dürften die Mehrheit der Soldaten das 1867er Modell getragen haben, jedoch ist auch noch die Nutzung des Modells aus dem Jahr 1860 im Feldzug bekannt.

Der Beschlag unterschied sich für die Gardetruppen, besonders ausgezeichnete Einheiten sowie die Infanterieeinheiten, die durch Militärkonventionen in die Preußische Armee eingegliedert wurden. Bei Letzteren wurden auch zum Teil Kokarden in Landesfarben getragen (siehe unten bei der Feldmütze).

Für die durch eine Militärkonvention mit Preußen verbundenen Sächsischen Fürstentümer, deren Infanterie in den Regimentern 93 bis 96 vertreten war, wurden im Helmbeschlag der Schriftzug 'Mit Gott für Fuerst und Vaterland' sowie anstatt des 'FR' das fürstliche Wappen genehmigt.

Die folgende Abbildung zeigt sowohl den Standardbeschlag als auch die genehmigten Variationen für die Linieninfanterie. 

Helmbeschlag Linieninfanterie Beschlag der Grenadier-Regimenter Beschlag Infanterie-Regiment 91 Beschlag Infanterie-Regiment 93
Beschlag der Linieninfanterie Beschlag der Grenadier-Regimenter
(Nr. 1-12)

 

Wappen des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91 Wappen des Anhaltischen Infanterie-Regiments Nr. 93
 Beschlag Infanterie-Regiment Nr. 94  Beschlag Infanterie-Regiment 95/96 Beschlag Infanterie-Regiment II/96 Beschlag Infanterie-Regiment III/96
Wappen des Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 94 Wappen des Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95 und 1. Bataillon Nr. 96 Wappen und Band im 2. Bataillon Infanterie-Regiment Nr. 96 (Reuß) Wappen und Band im 3. Bataillon Infanterie-Regiment Nr. 96 (Schwarzburg)

Als weitere Auszeichnungen wurden am Helm auch zusätzliche Bänder angebracht, nämlich bei den Regimentern:

  • Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpreußisches) Nr. 1 hatte über dem Adler ein Banner mit der Jahreszahl '1626'
  • Colbergsches Grenadier-Regiment (2. Pommersches) Nr. 9 führte unter dem königlichen Wappen das Banner 'COLBERG 1807'
  • Ostpreußisches Füsilier-Regiment Nr. 33 übernahm im Dezember 1865 für die 5. und 6. Kompanie das Banner des Regiments Nr. 34
  • Pommersches Füsilier-Regiment Nr. 34 hatte unter dem königlichen Wappen ein Banner mit dem doppelzeiligen Schriftzug 'Für Auszeichnung / d vormalig Königl Schwedischen Leibregt Königin' - dies galt für das 1860 formierte 3. Bataillon nur für die Offiziere, bei den anderen beiden Bataillonen für alle Dienstgrade

Feldmütze

Seit 1814 wurde eine schirmlose Feldmütze vorgeschrieben, die ab 1822 von blauer Grundfarbe mit rotem Band und Vorstoß versehen war; unter dem roten Band war ein dunkelblauer Vorstoß zu erkennen. Das für den Deutsch-Französischen Krieg relevante Modell stammt aus dem Jahr 1867, das einen Deckel vorschrieb, der nur ein halbes Zoll breiter als das Kopfband sein sollte. Auf der Vorderseite des Bandes war die schwarz-weiße Kokarde Preußens angebracht.

Feldmütze Preußische Infanterie
Feldmütze der Preußischen Infanterie Modell 1867 (Ausstellung Museum Gravelotte)

Ausnahmen bei den Kokarden galt für die per Militärkonvention an Preußen gebundenen Kleinstaaten, nämlich:

  • Preußische und Oldenburgische Landeskokarde (dunkelblau mit rotem Kreuz) im Regiment 91
  • Grüne Kokarde für das Anhaltische Regiment Nr. 93
  • Schwarz-grün-gelbe Kokarde für das Weimarsche Regiment Nr. 94
  • Grüne Kokarde mit weißem Ring für das Regiment Nr. 95 und 1. Bataillon Nr. 96 der Sächsischen Herzogtümer
  • Schwarz-rot-gelbe Kokarde für das 2. Bataillon (Reuß) des Regiments Nr. 96
  • Hellblaue Kokarde mit weißem Ring für das 3. Bataillon (Schwarzburg) des Regiments Nr. 96

Zusätzlich wurde Soldaten, die in ursprünglich preußische Regimenter eingegliedert wurden, durften neben der Preußischen auch ihre Landeskokarde - dies betraf:

  • Lippe-Detmold (rote Kokarde mit gelbem Rand) im Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 55
  • Schaumburg-Lippe (blau-rot-weiße Kokarde) im Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 55
  • Schwarzburg-Sondershausen (weiße Kokarde mit hellblauem Rand) im 1. Bataillon des Regiments Nr. 71
  • Bremen (weiße Kokarde mit rotem Kreuz) im 1. Bataillon des Regiments Nr. 75
  • Hamburg (weiße Kokarde mit rotem Kreuz) im 1. und 2. Bataillon des Regiments Nr. 76
  • Lübeck (weiße Kokarde mit rotem Kreuz) im Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 76
  • Waldeck (schwarz-rot-gelbe Kokarde) im Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 83

Oldenburger, die in den Regimentern 30 und 85 eingereiht waren, durften ebenfalls neben der Preußischen die Oldenburgische Kokarde (dunkelblau mit rotem Kreuz) führen.

Waffenrock

Mit A.K.O. form 23. Oktober 1842 wurden die früheren Kolletts durch einen einreihigen, dunkelblauen Waffenrock ersetzt. Dieser hatte acht gewölbte Messingknöpfe an der Vorderseite, dazu noch drei Knöpfe an jeder der beiden Schoßtaschen sowie einen pro Achselklappe. Ponceauroter Vorstoß an Frontsaum und geschweiften Schoßtaschen; der Vorstoß lief entlang der gesamten Knopflochseite, an der gegenüberliegenden Seite jedoch nur von Taille bis Schoßrand. Seit 16.3.1867 sollte der gesamte Kragen ponceaurot sein, einen schmalen dunkelblauen Vorstoß zeigen und vorne mit Haken zu verschließen sein; die Höhe des Kragens betrug 4,75 cm. Die ponceauroten Ärmelaufschläge waren laut Verordnung vom 14.6.1861 nicht breiter als 6 cm, die Patten 12 cm hoch und 6 cm breit. Der brandenburgische Ärmelaufschlag war an der hinteren Naht geschlossen, die Patten hatten 3 Knöpfe, die 2 mm vom Rand entfernt sein sollten. 

Waffenrock M1867 von seitlich vorne Waffenrock M1867 von seitlich hinten
Waffenrock M 1867 (Ausstellung Paris 2017) Waffenrock M 1867 (Museum Gravelotte)

Nah A.K.O. vom 27. September 1867 waren Achselklappen und deren Vorstoß gemäß Zuordnung zum Armeekorps gemäß der folgenden Tabelle geregelt.

Armeekorps Infanterie-Regimenter Farbe Achselklappen Vorstoß Aufschlagpatte
1. Armeekorps Nr. 1, 3, 4, 5, 33, 41, 43, 44, 45 Weiß Weißer Vorstoß
2. Armeekorps Nr. 2, 9, 14, 21, 34, 42, 49, 54, 61 Weiß Kein Vorstoß
3. Armeekorps Nr. 8, 12, 20, 24, 35, 48, 52, 60, 64 Ponceaurot Weißer Vorstoß
4. Armeekorps Nr. 26, 27, 31, 36, 66, 67, 71, 72, 93, 96 Ponceaurot Kein Vorstoß
5. Armeekorps Nr. 6, 7, 18, 19, 37, 46, 47, 58, 59 Gelb Weißer Vorstoß
6. Armeekorps Nr. 10, 11, 22, 23, 38, 50, 51, 62, 63 Gelb Kein Vorstoß
7. Armeekorps Nr. 13, 15, 16, 17, 39, 53, 55, 56, 57 Hellblau Weißer Vorstoß
8. Armeekorps Nr. 25, 28, 29, 30, 40, 65, 68, 69, 70 Hellblau Kein Vorstoß
9. Armeekorps Nr. 75, 76, 84, 85, 86 Weiß Gelber Vorstoß
10. Armeekorps Nr. 73, 74, 77, 78, 79, 91 Weiß Hellblauer Vorstoß
11. Armeekorps Nr. 32, 80, 81, 82, 83, 87, 88, 94, 95 Ponceaurot Gelber Vorstoß

 

Die Identifikation des Regiments wurde über eine rote - bei roten Achselklappen gelbe - Nummer aus Plattschnur auf den Achselklappen ermöglicht. Kompanieziffern waren in lateinischen Zahlen auf den Knöpfen der Achselklappen aufgeprägt. Einheiten, deren Chefs regierende Oberhäupter waren, durften zudem noch deren gekrönte Namenszüge aus roter bzw. gelber Wolle anstatt der Regimentsnummern, dies betraf:

  • Regiment Nr. 2: seit 3.12.1840 das Monogramm 'FWR' und ab 1861 noch die Zahl 'IV' darunter
  • Regiment Nr. 7: seit Januar 1861 das Monogramm 'WR'
  • Regiment Nr. 8: seit Mai 1860 das Monogramm 'FWR' und ab 1861 noch die Zahl 'III' darunter
  • Regiment Nr. 91 seit 17.10.1867 das Monogramm 'P'
  • Regiment Nr. 93 seit 17.10.1867 das Monogramm 'LF'
  • Regiment Nr. 94 seit 17.10.1867 das Monogramm 'CA'
  • Regiment Nr. 95 seit 12.12.1867 das Monogramm 'GE'

Mannschaften, die 1870 zur Stabswache befohlen wurden, trugen entlang der Mitte der Achselklappen eine schwarz-weiße Schnur; dienten sie auch schon im Feldzug von 1866 als Stabswache, trugen sie eine doppelte Schnur.

Die Mecklenburgischen Infanterie-Regimenter Nr. 89 und 90 hatten an ihren Waffenröcken folgende besonderen Auszeichnungen:

  • Infanterie-Regiment Nr. 89, 1. und 3. Bataillon: zwei weiße Litzen auf jeder Kragenseite, weiße Achselklappen, ponceaurote brandenburgische Aufschläge mit dunkelblauen, an drei Seiten ponceaurot vorgestoßenen, Patten; auf den Patten drei weiße horizontale Litzen mit rotem Spiegel
  • Infanterie-Regiment Nr. 89, 2. Bataillon: gleiche Auszeichnung wie für die beiden anderen Bataillone, nur gelbe Litzen und ponceaurote Achselklappen
  • Infanterie-Regiment Nr. 90: weiße Achselklappen, ponceaurote brandenburgische Aufschläge mit ponceauroten, an drei Seiten weiß vorgestoßenen, Patten